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SBTi und CDP

Ulm, 31. Dezember 2025

Viele Wege möglich hin zu „wissenschaftsbasierten Klimazielen“

In der Welt des nachhaltigen Wirtschaftens und Klimaschutzes stehen Unternehmen vor einer Vielzahl von Initiativen und Standards, die ihnen helfen, ihre Klimaziele zu erreichen. Zwei der bekanntesten und einflussreichsten Programme sind das CDP (Carbon Disclosure Project) und die SBTi (Science Based Targets Initiative). Beide haben das gleiche übergeordnete Ziel – den CO₂-Ausstoß zu senken und den Klimawandel zu bekämpfen – doch ihre Herangehensweisen und Schwerpunkte unterscheiden sich.

Zunächst aber zu den „Science Based Targets“. Was ist hierunter konkret zu verstehen? Science Based Targets (SBTs) sind wissenschaftsbasierte Klimaziele, die festlegen, wie stark und wie schnell ein Unternehmen seine Treibhausgasemissionen senken muss, um mit dem 1,5°C-Pfad des Pariser Abkommens kompatibel zu sein.

In der Praxis ist die Science Based Targets initiative dafür der bekannteste und am häufigsten genutzte Referenzrahmen. Die SBTi bietet Unternehmen einen klaren, prüfbaren Zielsetzungsprozess – inklusive methodischer Leitplanken, Validierung und öffentlicher Transparenz über den Target-Status. Damit werden Klimaziele vergleichbarer und belastbarer als reine Selbstverpflichtungen.

SBTi unterscheidet grundsätzlich zwischen:

  • Near-term Targets (5–10 Jahre): kurzfristige Reduktionsziele, die unmittelbar in operative Steuerung übersetzt werden können.
  • Long-term / Net-Zero Targets (+10 Jahre): ein langfristiger Pfad Richtung Netto-Null, der mit 1,5°C-Szenarien konsistent sein muss.

Diese können durch Unternehmen sowohl auf Scope 1, Scope 2 wie auch Scope 3 angewendet werden.

Für viele Unternehmen liegt der größte Emissionshebel in der Wertschöpfungskette. Deshalb fordert die SBTi bei hohem Scope-3-Anteil auch Scope-3-Ziele: Wenn Scope 3 mehr als 40% der Gesamtemissionen ausmacht, ist ein Scope-3-Ziel im Near-term erforderlich. Dabei müssen Near-term Scope-3-Ziele mindestens 67% des Scope-3-Emissionen-Inventars abdecken.

Ein SBTi-Ziel entfaltet erst dann Wirkung, wenn es in Managementprozesse übersetzt wird, z. B.:

  • Dekarbonisierungs-Roadmap (CAPEX-Planung, Energie, Prozessumstellungen)
  • Supplier Engagement (Anforderungen, Programme, Einkaufshebel)
  • Produkt- und Portfoliosteuerung (Design, Material, Circularity)
  • Governance & KPIs (Zielverantwortung, Incentives, Monitoring)

SBTi „Commitment“ oder „Validation“

Dabei gilt es auch „Commitment“ und „Validation“ zu unterscheiden: Ein Commitment ist zunächst die öffentliche Absichtserklärung eines Unternehmens, sich Science Based Targets zu setzen. Damit signalisiert das Unternehmen Stakeholdern: „Wir werden wissenschaftsbasierte Klimaziele entwickeln und einreichen.“ Es handelt sich dabei noch nicht um ein geprüftes Ziel, sondern um eine Selbstverpflichtung mit zeitlicher Erwartung (typisch: Ziele innerhalb eines definierten Zeitfensters von zwei Jahren ausarbeiten und bei der SBTi einreichen).

Die Validation (Validierung) ist der nächste, deutlich verbindlichere Schritt: Hier werden die konkret formulierten Ziele – inklusive Scope-Abdeckung, Basisjahr, Zieljahr, Zielniveau und Methodik – von der SBTi gegen die jeweiligen Kriterien geprüft und offiziell bestätigt. Erst mit der Validierung gilt ein Ziel als „science-based“ im Sinne der SBTi und kann als entsprechend anerkannt kommuniziert werden.

Zentral ist hierbei das Verständnis des Unternehmens von seinen wesentlichen Emissionsquellen. Ein zugrundliegender Dekarbonisierungsfahrplan unterstützt das Unterfang nach SBTi anerkannt zu werden ungemein. Weitere Informationen zum Thema „Dekarbonisierungsfahrplan und Dekabonsierungshebel“ finden Sie in unserem Blogpost „Net-Zero“.

CDP – Klimaperformance für Investoren und Kunden

CDP ist ein globales Offenlegungssystem für Umweltdaten, über das Unternehmen, Städte, Bundesstaaten und Regionen standardisiert über ihre Klima- und Umweltthemen berichten. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und klimabezogene Risiken und Chancen systematisch zu identifizieren und vergleichbar zu machen. Unternehmen, die über CDP berichten, legen u. a. Informationen zu Treibhausgasemissionen (Scopes), Energieverbrauch, Klimarisiken, Governance, Strategie sowie Maßnahmen und Fortschritten offen. Die Angaben erfolgen strukturiert über CDP-Fragebögen (z. B. Climate Change) und werden im Anschluss anhand einer Methodik bewertet („Scoring“), wodurch eine bessere Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen entsteht.

Der Hauptunterschied zwischen CDP und SBTi liegt im Fokus: CDP adressiert vor allem Transparenz und Steuerungsfähigkeit durch Disclosure – also die Frage, ob ein Unternehmen seine Daten, Risiken, Governance und Fortschritte nachvollziehbar berichtet. SBTi hingegen setzt den Schwerpunkt auf die wissenschaftsbasierte Ausgestaltung und Validierung konkreter Reduktionsziele entlang eines 1,5°C-kompatiblen Pfads. In der Praxis ergänzen sich beide Ansätze: CDP macht Klimadaten und Zielarchitektur sichtbar und vergleichbar; SBTi liefert den methodischen „Goldstandard“, um die Zielambition belastbar zu verankern.

In einer Welt, in der Klimaschutz zunehmend zum Wettbewerbsfaktor wird, bieten CDP und SBTi Unternehmen gemeinsam ein starkes Set an Instrumenten: CDP schafft Transparenz und externes Benchmarking, SBTi sorgt für wissenschaftliche Stringenz und Zielglaubwürdigkeit – zusammen bilden sie eine robuste Grundlage für wirksamen, strategisch gesteuerten Klimaschutz.

Für weitere Informationen kommen Sie mit uns ins persönliche Gespräch.
 

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